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von Paul Bijan Coch

Warum Human-Centric Process Design auf unsere Roadmap gehört

Automatisierung bleibt richtig – aber viele Prozesse tragen auch soziale Funktionen. Wer sie mitdenkt, gewinnt Adoption, Prozessabdeckung und Differenzierung.

Zwei Tonfiguren treffen sich auf einer Brücke über einem automatisierten Förderband und sprechen miteinander.

Wir verfolgen aktuell die Vision, nahezu beliebige Unternehmensprozesse digitalisieren und automatisieren zu können. Das ist richtig und bleibt ein zentraler Wettbewerbsvorteil.

Allerdings beobachten wir ein Muster, das in vielen Organisationen auftritt:

Unternehmen wollen nicht alle menschlichen Interaktionen eliminieren.

Viele Prozesse erfüllen neben ihrer operativen Funktion auch soziale Funktionen:

  • Vertrauen schaffen
  • Verantwortung sichtbar machen
  • Wissen weitergeben
  • Konflikte entschärfen
  • Alignment herstellen
  • Zugehörigkeit erzeugen

Wenn wir diese Funktionen ignorieren, entsteht ein Risiko:

Je erfolgreicher unsere Automatisierung wird, desto häufiger erzeugen wir Situationen, in denen Menschen Orientierung, Kontext oder soziale Verbindung vermissen.

Das ist kein Randproblem.

Es ist möglicherweise der wichtigste Faktor dafür, ob eine Organisation langfristig bereit ist, immer mehr ihrer Prozesse auf unserer Plattform abzubilden.

Deshalb sollten wir nicht nur fragen:

“Was können wir automatisieren?”

Sondern zusätzlich:

“Wie unterstützen wir die Zusammenarbeit zwischen Menschen innerhalb automatisierter Prozesse?”

Das eröffnet mehrere wirtschaftlich attraktive Chancen.

1. Höhere Adoption

Menschen akzeptieren Automatisierung deutlich leichter, wenn sie wissen:

  • wie sie Hilfe bekommen,
  • wie sie jemanden erreichen können,
  • wie sie Entscheidungen hinterfragen können,
  • wann ein Mensch eingebunden wird.

Dadurch sinkt organisatorischer Widerstand gegen Digitalisierung.

2. Größere Prozessabdeckung

Viele Unternehmen zögern heute nicht wegen technischer Grenzen.

Sie zögern, weil Prozesse als “zu menschlich”, “zu politisch” oder “zu sensibel” gelten.

Wenn unsere Plattform diese Aspekte unterstützt, erschließen wir zusätzliche Prozessklassen, die heute häufig außerhalb digitaler Systeme bleiben.

3. Höherer wahrgenommener Produktwert

Die meisten Workflow-Tools optimieren Abläufe.

Nur sehr wenige Systeme helfen Organisationen dabei:

  • Vertrauen aufzubauen,
  • Kontext zu erhalten,
  • Zusammenarbeit zu verbessern,
  • Wissensverlust zu vermeiden.

Das schafft Differenzierung.

4. Geringe Implementierungskosten

Viele der ersten Features sind vergleichsweise klein:

  • “Bist du erreichbar?”
  • Meeting direkt aus dem Prozess buchen
  • Mensch kontaktieren
  • Eskalation an Person statt Rolle
  • Kontext zu Entscheidungen erfassen
  • KI-Hinweise wie: “Dieses Thema scheint besser für ein Gespräch geeignet.”

Diese Features benötigen keine fundamentale Plattformänderung.

Sie sind vergleichsweise günstige Ergänzungen mit potenziell hoher Wirkung.

5. Strategische Positionierung

Jeder Anbieter wird Prozesse automatisieren.

Nicht jeder Anbieter wird verstehen, wie Menschen und KI gemeinsam arbeiten.

Wenn wir diesen Bereich früh besetzen, entwickeln wir uns von einer Workflow-Plattform zu einem Betriebssystem für organisatorische Zusammenarbeit.

Das ist langfristig deutlich schwerer kopierbar als reine Automatisierung.

Unser Ziel sollte deshalb nicht sein:

“Mehr Automatisierung um jeden Preis.”

Sondern:

“Die bestmögliche Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI innerhalb von Prozessen.”

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Wirtschaft
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